Bärlappe in Sachsen
Erforschung, Schutz und Erhaltung

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In Sachsen sind 9 Bärlapparten bekannt, die 4 verschiedenen Gattungen angehören:
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Eine weitere, erst vor wenigen Jahren beschriebene Bärlappart, Diphasiastrum oellgaardii Stoor, Boudrie, Jérôme, Horn & Bennert, Oellgaard´s Flachbärlapp, könnte ebenfalls in Sachsen vorkommen, wurde aber bisher nicht gefunden. Sie ist jedoch bereits von benachbarten Gebieten wie Thüringen, Harz und Nordböhmen bekannt. Es lohnt sich also bei der floristischen Kartierung auf diesen seltenen, leicht zu verwechselnden Bärlapp-Vertreter zu achten. 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Huperzia selago, Tannen-Bärlapp oder auch Teufelsklaue genannt, besiedelt Zwergstrauchheiden, moosige Blockhalden und Felsen vor allem im Bergland.
Lycopodium clavatum, der Keulen-Bärlapp, eine noch relativ verbreitete Bärlappart in Heiden und Borstgrasrasen vom Tiefland bis ins Gebirge.
Lycopodium annotinum, der Sprossende oder Schlangen-Bärlapp ist in Sachsen eine selten gewordene Art montan geprägter Waldgesellschaften.
Meist an lichten Pionierstandorten in offen gelassenen Sand-, Ton- oder Kiesgruben oder in Torfmooren des Tieflandes, nur vereinzelt im Gebirge, findet sich als seltenes Florenelement der Moor-Bärlapp, Lycopodiella inundata.
Der Alpen-Bärlapp, Diphasiastrum alpinum, gehört in Sachsen zu den vom Aussterben bedrohten Seltenheiten.
 
Diphasiastrum complanatum, der Gemeine Flachbärlapp, ist die in Sachsen häufigste Flachbärlappart. Sie ist jedoch ebenfalls stark im Rückgang begriffen und viele der früheren Fundpunkte sind heute erloschen.
 
Der Issler-Flachbärlapp, Diphasiastrum issleri, steht morphologisch zwischen D. alpinum und D. complanatum. Es handelt sich jedoch offenbar nicht um eine Hybride im herkömmlichen Sinne, die sich durch Sterilität auszeichnet. Die Pflanze bildet vielmehr normal entwickelte Sporen wie die anderen Arten. Über die Entstehung und Einzelheiten des Vermehrungszyklus kann bisher nur spekuliert werden. Die Art ist in Sachsen noch seltener als der Alpen-Bärlapp.
 
Diphasiastrum tristachyum, der Zypressen-Flachbärlapp, hat schmale, fast bindfadenartige, blaugrüne Triebe, die in etagenartig angeordneten Büscheln wachsen. Die weit unterirdisch kriechenden Rhizome sind auf die sandigen Kiefernwälder des Tieflandes angepasst, die sich in Sachsen besonders in der Lausitz finden. Doch selbst hier ist die Art sehr selten anzutreffen.
 
Eine Mittelstellung zwischen dem Gemeinen und dem Zypressen-Flachbärlapp nimmt Diphasiastrum zeilleri, Zeiller-Flachbärlapp, ein. Wie beim Issler´schen Flachbärlapp handelt es sich nicht um einen sterilen Bastard, sondern vielmehr um eine hybridogene Art, die sich aus Sporen vermehren kann. In der Lausitz ist D. zeilleri häufiger als D. tristachyum, im übrigen Sachsen jedoch sehr selten.

© Walter-Meusel-Stiftung Chemnitz 2011